Prüfung · Nachweis

Dichtheitsprüfung Abwasserleitung in Erlensee

Eine Abwasserleitung, die nicht dicht ist, merkt man oft lange nicht. Abwasser sickert in den Boden, bei hohem Grundwasser dringt Fremdwasser ein, Wurzeln finden Wege ins Rohr. Mit einer Dichtheitsprüfung finden Sie heraus, ob Ihre Leitung in Ordnung ist, bevor aus einer kleinen Undichtigkeit ein großer Schaden wird.

Die Dichtheitsprüfung selbst führt ein spezialisierter Partnerbetrieb durch. Hier erklären wir, wann eine Prüfung sinnvoll ist, was in Hessen gilt, welche Verfahren es gibt und wie es abläuft.

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Warum Dichtheit wichtig ist

Eine undichte Leitung hat zwei Wirkungen, in beide Richtungen. Tritt Abwasser aus, kann es Boden und Grundwasser belasten, Fundamente unterspülen und Hohlräume bilden. Dringt von außen Wasser ein, belastet das die Kläranlage und kann bei starkem Zufluss die Leitung überlasten. Wurzeln nutzen jede Fuge, um ins Rohr zu wachsen.

Der Gesetzgeber verlangt deshalb, dass Abwasseranlagen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Das steht im Wasserhaushaltsgesetz (§ 60 WHG). Verantwortlich ist der Eigentümer.

Was gilt in Hessen?

In Hessen wurde 2010 mit der Abwassereigenkontrollverordnung (EKVO) eine Prüfpflicht auch für private Hausanschlüsse an den öffentlichen Kanal eingeführt, mit einer Erstprüfung innerhalb von 15 Jahren. Diese Pflicht wurde 2012 wieder zurückgenommen: Die Änderung der Verordnung ist am 31. Mai 2012 in Kraft getreten. Die ursprünglichen Fristen gelten nicht.

Was bleibt, ist die allgemeine Pflicht aus dem Wasserhaushaltsgesetz, eine Abwasseranlage nach den Regeln der Technik zu betreiben. Dazu kommt: Die Städte und Gemeinden können in ihrer Entwässerungssatzung eigene Anforderungen und Fristen festlegen, auch für die Leitungen auf privaten Grundstücken. In Trinkwasserschutzgebieten und bei gewerblichem Abwasser gelten kürzere Fristen.

Wann eine Prüfung trotzdem sinnvoll ist

  • Bei Neubau oder wesentlicher Änderung der Leitung: Hier gilt die DIN EN 1610, und die Dichtheit wird nach der Verlegung geprüft.
  • Nach einer Sanierung, um den Erfolg nachzuweisen.
  • Bei einem Verdacht: Feuchtigkeit im Keller oder Mauerwerk, Senkungen im Garten oder anhaltender Geruch.
  • Beim Kauf oder Verkauf eines Hauses, damit der Zustand der Leitungen bekannt ist.
  • In Wasserschutzgebieten, wo strengere Auflagen gelten können.
  • Wenn Ihre Gemeinde eine Prüfung verlangt.

Welche Verfahren gibt es?

Wie geprüft wird, hängt von der Leitung und vom Zweck ab. Gängig sind drei Wege:

Verfahren der Dichtheitsprüfung
VerfahrenSo funktioniert esWann es üblich ist
Optische Inspektion (Kamera)Eine Kamera fährt durch die Leitung, der Zustand wird beurteilt und dokumentiert.Bei gut zugänglichen Leitungen im Bestand, oft als erste Stufe.
Prüfung mit Wasser (Verfahren W)Die Leitung wird mit Wasser gefüllt, der Druck liegt dabei zwischen etwa 10 und 50 kPa. Gemessen wird, ob Wasser verloren geht.Bei Neubau und bei Leitungen, die nicht per Kamera zu beurteilen sind.
Prüfung mit Luft (Verfahren L)Die Leitung wird abgedichtet und mit Luft beaufschlagt, bei Drücken zwischen etwa 1 und 20 kPa. Gemessen wird der Druckverlust.Wo Wasser nicht infrage kommt. Es gibt mehrere Prüfvarianten (LA bis LD).

Beide Verfahren sind in der DIN EN 1610 beschrieben. Für Leitungen, die unter dem Boden liegen und nicht zugänglich sind, wird in der Regel mit Wasser oder Luft geprüft. Für zugängliche Leitungen im Bestand genügt oft die Kamera.

So läuft eine Prüfung ab

Die Prüfung führt ein spezialisierter Partnerbetrieb durch. Der Ablauf ist in der Regel dieser:

  1. Klärung: Warum wird geprüft, und welche Leitungen sind betroffen (Grundleitungen, Anschlusskanal, Hausanschluss)?
  2. Vorbereitung: Die Leitung wird, wenn nötig, gereinigt und an den Enden verschlossen.
  3. Prüfung: Je nach Verfahren wird per Kamera inspiziert oder mit Wasser oder Luft geprüft.
  4. Dokumentation: Die Ergebnisse gibt es schriftlich, bei der Kamera mit Bildern.
  5. Auswertung: Bei Auffälligkeiten wird erklärt, was sie bedeuten und was zu tun ist.

Wenn die Prüfung eine Undichtigkeit zeigt

Nicht jede Auffälligkeit ist gleich ein Grund zur Sanierung. Ein kleiner Versatz an einer Muffe wird anders bewertet als ein Riss oder ein Rohrbruch. Wir erklären Ihnen, was gefunden wurde, wie dringend es ist und welche Möglichkeiten es gibt: eine punktuelle Reparatur, eine Sanierung des Abschnitts oder in seltenen Fällen ein Austausch. Mehr dazu auf unserer Seite zur Kanalsanierung.

Die Dokumentation gehört Ihnen, und Sie können sie auch einem anderen Betrieb zeigen.

Dichtheitsprüfung, Kamera und Ortung: der Unterschied

Die drei Begriffe werden oft durcheinandergebracht. Die Kamerauntersuchung zeigt, wie das Rohr aussieht. Die Ortung bestimmt, wo es liegt und wo ein Schaden sitzt. Die Dichtheitsprüfung weist nach, ob die Leitung dicht ist, und ist dafür das Verfahren mit dem Nachweischarakter. Oft ergänzen sich alle drei.

Häufige Fragen

Fragen zu Dichtheitsprüfung

Ist die Dichtheitsprüfung in Hessen Pflicht?

Eine landesweite Prüfpflicht für private Hausanschlüsse gibt es in Hessen nicht: Die Regelung der Abwassereigenkontrollverordnung von 2010 wurde 2012 zurückgenommen. Es gilt die allgemeine Pflicht, Abwasseranlagen nach den Regeln der Technik zu betreiben. Städte und Gemeinden können in ihrer Satzung eigene Fristen festlegen. Was bei Ihnen gilt, steht in Ihrer Entwässerungssatzung.

Wo finde ich die Regeln für Erlensee oder Hanau?

In der Entwässerungssatzung Ihrer Stadt. Die Satzungen sind öffentlich. Im Zweifel hilft ein Anruf bei der Stadtverwaltung.

Wie lange dauert eine Dichtheitsprüfung?

Das hängt von Länge und Zugänglichkeit der Leitung und vom Verfahren ab. Der Partnerbetrieb sagt Ihnen vorab, was Sie erwartet.

Reicht eine Kamerauntersuchung?

Bei gut zugänglichen Leitungen im Bestand ist die optische Inspektion häufig ausreichend. Bei Neubau oder nicht zugänglichen Leitungen wird mit Wasser oder Luft geprüft.

Was ist die DIN EN 1610?

Die Norm für Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und Kanälen. Sie beschreibt unter anderem die Prüfung mit Wasser (Verfahren W) und mit Luft (Verfahren L).

Was passiert, wenn die Leitung nicht dicht ist?

Dann besprechen wir mit Ihnen, was zu tun ist: eine punktuelle Reparatur, eine Sanierung des Abschnitts oder, selten, ein Austausch. Wir sagen Ihnen, was nötig ist und was nicht.

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